"I'd be a damn' fool if I didn't!"
Dylan Thomas

Kurze Prosa, Lyrik, Essay, Reportage, Übersetzungen in zweisprachigen Ausgaben.
Bücher, die ich für notwendig halte.
So gestaltet, wie sie in meinen Augen aussehen sollten.
Für die, die sich davon berühren lassen wollen.
Ab sofort und so weit die Füße tragen.
Ich wäre ein verdammter Narr, wenn ich's nicht täte!

Herzlich
Ihr Stefan Monhardt

Die Gestalten

Eigentlich hatte ich nie
ein Leben mit vielen Gestalten
und übrigens waren einige recht einfach.
Die einen gingen fort, die anderen kamen,
sie trugen das rote Taschentuch der Straßenbahn
in der Tasche, gleich am Herz;
an der Kirche – die Frauen,
aus den ermüdeten Schuhen weiß heraufgestiegen
wie die Morgendämmerung;
die in der Sprache der Dorfgassen redende Masse
spielt die Partie des Chors nur mit Mühe, aber
sie spielt sie trotzdem – doch wo bleibt der Held?
Was frage ich denn danach?
Habe ich mich nicht selbst um Entheroisierung bemüht?
Und nun will ich, dass mir jemand Milch in die Nacht gießt,
dass der Tag länger wäre, ich keine Angst vor dem Bett hätte,
einer zu mir einen nicht adaptierten Text sprechen würde
von jenseits der Wand – niemand soll sehen
wie ich mich an die Zitate der Poesie lehne
und weine … Das alles will ich,
aber ich war nie gut im Erfinden,
das Gedächtnis hat mir eher ein rotes
und schnelles Blut diktiert,
das Kardiogramm fing an zu springen,
von der geschwollenen Leber habe ich zwei Fingerbreit entfernt,
das Buch wurde in der Druckerei aufgehalten,
kein Held ist mir gelungen, keine Gestalt,
als Episodendarsteller täten es auch Stühle,
das Bett, der Schreibtisch,
warum sollten sie keine Gestalten sein?
Oder die mit den roten Tüchern der Straßenbahn
in der Tasche? Obwohl der Tod sie flach gemacht hat,
kommen sie trotzdem …
Oder die Papierbogen wie die Morgendämmerung …
Ich verstehe die Sprache eines Toten,
wenn aus seinem Mund ein Zweig zu sprießen beginnt.

გილოცავთ დაბადების დღეს, ქალბატონო ლია!

Herzlichen Glückwunsch, Lia Sturua!

Deine Gedichte berühren, bewegen, begeistern uns -
wir gratulieren zum 80. Geburtstag am 15. Mai.

Lia Sturua liest პერსონაჟები ("Die Gestalten“)

Zweimal Himmelblau

Für ihre Übersetzung der "Himmelblauen Berge" wurden Julia Dengg und Ekaterine Teti mit dem renommierten georgischen Literaturpreis SABA in der Kategorie "Beste ausländische Übersetzung georgischer Literatur" ausgezeichnet. Wir gratulieren und freuen uns!

Außerdem hat es unsere Ausgabe von Reso Tscheischwilis Roman auf die Hotlist 2018 mit den zehn "besten Büchern aus unabhängigen Verlagen" geschafft. Die Edition Monhardt erhielt von der Leipziger Buchmesse als Hotlist-Preis einen Messestand für 2019. Danke!

Marcus Hammerschmitt
Der Brief des Nachtportiers

Gedichte
84 Seiten
Hardcover, Fadenheftung, Lesebändchen
Gestaltung: Svetla Georgieva
1. Auflage, 225 nummerierte Exemplare
März 2019
ISBN 978-3-9817789-6-0
Euro 21,00

Ab sofort erhätlich

Marcus Hammerschmitt - Der Brief des Nachtportiers

Gedichte

Pseudogriechische Keramik

Hier sagt er, der tönerne Halbgott: Ich nicht.

Kein Sieg, kein Vermächtnis, nur Abglanz,
nach Maß der rissigen Glasur.

Die Schuld hat er, nackt wie sie war,
verschleppen müssen ins Bild.
Im Naiskos verdirbt das Opferfleisch,
vergehen wird es nie.

Und es gehört sich, dass man meint:
Ein schönes Stück?
Mit Härte aufgesetzt
ergibt es viele Scherben.

Marco HammerschidtMarcus Hammerschmitt, 1967 in Saarbrücken geboren, hat Philosophie und Germanistik studiert. Heute lebt er als Schriftsteller, Journalist und Fotograf in Tübingen. Er schreibt Romane, Erzählungen, Essays, Gedichte. Bislang hat er neunzehn Buchpublikationen vorgelegt, zuletzt: Waschaktive Substanzen (Edition Monhardt 2016). Der Brief des Nachtportiers ist sein erster Lyrikband.

Für seine Arbeit wurde er u.a. mit dem Würth-Literaturpreis, dem Essaypreis der Büchergilde Gutenberg, mehreren Arbeitsstipendien des Förderkreises deutscher Schrifsteller in Baden-Württemberg sowie dem Deutschen Science-Fiction-Preis und dem Kurd-Laßwitz-Preis ausgezeichnet.

Bernhard C. Striebel
Farbinstallationen 1982-2018

Mit einem Beitrag von Michael Fehr (deutsch/englisch)
120 Seiten, 103 vierfarbige Abbildungen
Hardcover, Fadenheftung
1. Auflage, 150 Exemplare
nummeriert und vom Künstler signiert
März 2019
ISBN 978-3-9817789-5-3
Euro 38,00

Ab sofort erhältlich

Bernhard C. Striebel – Farbinstallationen 1982-2018

Bernhard C. Striebel schafft Skulpturen aus Farbe. Er hat eine einzigartige Form der Malerei entwickelt, bei der das zweidimensionale Bild den Raum skandiert und zur Sprache bringt.

Dieser zweite Band seiner Werkschau präsentiert Farbinstallationen des Künstlers aus den Jahren 1982-2018. Der Begleittext von Michael Fehr beschreibt die besondere Form der Erfahrung, die Striebels Arbeiten den Betrachtern ermöglichen, und erschließt ihre kunstgeschichtlichen Bezüge.

Bernhard C. Striebel, 1953 geboren, studierte an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart und an der Hochschule für bildende Künste Hamburg; seit 1983 lebt er in Berlin. Einzelausstellungen seiner Arbeiten waren u. a. in Berlin, Karlsruhe, Mannheim, Oberhausen, Turin, Wien zu sehen, er erhielt ein Graduiertenstipendium des DAAD, das Karl Schmidt-Rottluff Stipendium, ein Arbeitsstipendium des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, und eine Förderung der Stiftung Kunstfonds, Bonn.

Lia Sturua - Enzephalogramm
Gedichte
Aus dem Georgischen übersetzt von Nana Tchigladze
Nachdichtung von Stefan Monhardt
124 Seiten
Hardcover, Fadenheftung , Lesebändchen
Gestaltung: Svetla Georgieva
1. Auflage, 500 nummerierte Exemplare
September 2018
ISBN 978-3-9817789-4-6
23,00 EUR

Ab sofort erhältlich

Lia Sturua - Enzephalogramm

Gedichte

Emotionen, Körperempfinden, die Dinge, die Pflanzen, die Tradition, die Welt der modernen Technik und Zivilisation: in Lia Sturuas poetischem Universum wird nicht das eine zur Metapher des anderen, vielmehr treten alle diese Elemente gleichberechtigt nebeneinander.

Lia Sturuas vom Surrealismus beeinflusste Sprache wirkt zugleich artifiziell und ganz selbstverständlich. Ihre Dichtung ist Positionsbestimmung und Selbstbehauptung. Immer wieder setzt sich Sturua mit der Situation der Postmoderne und mit ihrer Rolle als Frau und Dichterin auseinander. Emblematisch erscheint in ihren Versen die Figur des Wolfs, des nicht domestizierbaren Außenseiters, mit dem sich die Autorin identifiziert.

Dieser Band präsentiert die Lyrikerin zum ersten Mal mit einer breiteren Auswahl in deutscher Übersetzung. Lia Sturua hat dafür Gedichte aus ihren letzten beiden Büchern zusammengestellt, diese werden ergänzt durch einige Texte, die bislang nur in Zeitschriften veröffentlicht sind.

Lia SturuaLia Sturua, 1939 in Tbilissi geboren, studierte Georgische Philologie und war anschließend als Universitätsdozentin und Forschungsbeauftragte tätig.

1965 erschien ihre erste Gedichtsammlung. Lia Sturuas frühe Publikationen lösten einen literarischen Skandal aus. Dass jemand – zumal eine Frau – Gedichte außerhalb des traditionellen Themenkanons und in freien Versen schrieb, war im Georgien der 60er Jahre neu und unerhört.

Fünfzehn weitere Lyrikbände folgten, außerdem ein Roman und andere Prosawerke sowie Essays und wissenschaftliche Aufsätze.

Inzwischen gilt Lia Sturua als eine der wichtigsten dichterischen Stimmen ihres Landes. Sie wurde vielfach für ihr Werk ausgezeichnet, zuletzt zweimal mit dem renommierten Literaturpreis SABA – 2013 in der Kategorie „Bester Gedichtband" und 2017 mit dem Ehrenpreis für ihren herausragenden Beitrag zur Entwicklung der georgischen Literatur.

Surab Leschawa – Ein Becher Blut
Erzählungen
Aus dem Georgischen übersetzt von Tamar Muskhelishvili
Mit einem Nachwort von Zaal Andronikashvili
Deutsche Erstausgabe
252 Seiten
Hardcover, Fadenheftung, Lesebändchen
Gestaltung: Svetla Georgieva
1. Auflage, 600 nummerierte Exemplare
September 2018
ISBN 978-3-9817789-3-9
Euro 26,-

Ab sofort erhältlich

Surab Leschawa
Ein Becher Blut

Erzählungen

In den Jahren vom Ende der Sowjetunion bis heute hat Georgien eine bewegte Geschichte erlebt: Bürgerkriege, politische Instabilität, soziale Umwälzungen.

Surab Leschawa berichtet von den Verlierern der gesellschaftlichen Veränderungen in seinem Land. Er schildert Kleinbürger, die listig und energisch ihre Besitzstände verteidigen. Und er verarbeitet nicht zuletzt seine Erlebnisse in sowjetischer Haft. Für seine Erzählungen hat er eine einzigartige Form gefunden, in der sich Alltagserfahrung mit Elementen des Grotesken und Phantastischen verbindet. Seine Sprache kennt alle Ebenen vom Derben und Obszönen bis zu äußerster Stilisierung.

Die Übersetzerin Tamar Muskhelishvili hat die vielen Stimmen dieser Prosa auf Deutsch hörbar gemacht. Das kundige Nachwort von Zaal Andronikashvili erschließt Leschawas Bedeutung innerhalb der georgischen Gegenwartsliteratur.

Surab LeschawaSurab Leschawa, geboren 1960, begann bereits während seiner Schulzeit zu schreiben. Nach einer Auseinandsetzung mit der sowjetischen Miliz saß er viele Jahre in einem Gefängnis in Kiew. Seine ersten Texte veröffentlichte er in den 1990er Jahren, 2009–2011 folgten drei Erzählbände, aus denen der Autor für die vorliegende Übersetzung eine Auswahl getroffen hat. Surab Leschawa lebt in Tbilissi, bislang sind acht Bücher von ihm erschienen.

Reso Tscheischwili – Die Himmelblauen Berge
Aus dem Georgischen übersetzt
von Julia Dengg und Ekaterine Teti
Mit einem Nachwort von Ilia Gasviani
Deutsche Erstausgabe
160 Seiten
Hardcover, Fadenheftung, Lesebändchen
Gestaltung: Svetla Georgieva
1. Auflage, 1000 nummerierte Exemplare
November 2017
ISBN 978-3-9817789-2-2
Euro 22,-

Ab sofort erhätlich

HotlistReso Tscheischwili
Die Himmelblauen Berge

Schriftsteller Sosso liefert die dritte Fassung seines Manuskripts ab. Doch im absurden Apparat des Verlages haben alle anderes zu tun, als sich um Bücher zu kümmern. Die Mitarbeiter verbringen ihre Zeit mit Spielen und sinnloser Geschäftigkeit, Sossos Manuskript geht in den unübersehbaren Abteilungen des Betriebs verloren und wird schließlich aus verschiedenen Fassungen wieder zusammengekittet, während sich an den Wänden des hermetisch geschlossenen Gebäudes besorgniserregende Risse abzeichnen und unterirdische Beben zu spüren sind …

Das 1980, etliche Jahre vor Glasnost und Perestroika erschienene Werk des Georgiers Reso Tscheischwili ist eine übermütige Karikatur auf das sowjetische System in seiner Endphase und nimmt dessen Zusammenbruch hellsichtig vorweg. Das Buch erzählt aber auch von den Menschen in diesem System und von einer utopischen Hoffnung. Es ist nicht zuletzt ein Text voller Komik und Witz über die Möglichkeiten und das Scheitern von Sprache und Literatur.

Tscheischwilis Werk ist in seiner Heimat ein Klassiker. Durch die Kunst der Übersetzerinnen Julia Dengg und Ekaterine Teti ist es nun erstmals auf Deutsch zugänglich.

Tscheischwili

Reso Tscheischwili (1933-2015), geboren und aufgewachsen in der westgeorgischen Stadt Kutaissi, nahm nach einem Philologiestudium in Tbilissi seine langjährige Tätigkeit im Drehbuchkollegium des Studios „Georgischer Film“ auf. Er war künstlerischer Leiter und Direktor des Akademietheaters in Kutaissi, Chefredakteur der Zeitschrift „Die Morgendämmerung“ und veröffentlichte daneben weitere Erzählungen und Romane.

Auf der Grundlage seines Buches verfasste Tscheischwili das Skript zum Film „Die Himmelblauen Berge oder Eine unglaubwürdige Geschichte“ (1983), der beim Festival in Cannes 2014 in der Reihe mit Klassikern des Weltkinos gezeigt wurde.

Bernhard C. Striebel – Im Licht - Im Bild

Herausgegeben vom
Verein für aktuelle Kunst/Ruhrgebiet e.V.
68 Seiten, 48 vierfarbige Abbildungen
Begleittexte deutsch/englisch
Hardcover, Fadenheftung
1. Auflage, 150 Exemplare
nummeriert und vom Künstler signiert
November 2016
ISBN 978-3-9817789-1-5
Euro 24,-

Ab sofort erhältlich

Durch seine faszinierenden Lichtinstallationen verwandelt der Berliner Künstler Bernhard C. Striebel „vorgegebene Räume in besondere Wahrnehmungs- und Gedankenräume, in ästhetische Erlebnis- und Reflexionsräume“ (aus dem Vorwort von Wilfried Darlath). Der Band stellt Arbeiten von ihm aus den Jahren 1982-2016  vor und wird ergänzt durch eine Vita sowie ein umfassendes Verzeichnis der Einzel- und Gruppenausstellungen.

Bernhard C. Striebel, 1953 geboren, studierte an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart und an der Hochschule für bildende Künste Hamburg; seit 1983 lebt er in Berlin. Einzelausstellungen seiner Arbeiten waren u. a. in Berlin, Karlsruhe, Mannheim, Turin, Wien zu sehen, er erhielt ein Graduiertenstipendium des DAAD, das Karl Schmidt-Rottluff Stipendium, ein Arbeitsstipendium des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, und eine Förderung der Stiftung Kunstfonds, Bonn.

www.bernhardstriebel.de

Bernhardt C. Striebel
Bernhardt C. Striebel

Marcus Hammerschmitt - Waschaktive Substanzen

80 Seiten 
Englische Broschur, Fadenheftung
333 nummerierte Exemplare
Januar 2016
ISBN 978-3-9817789-0-8
Euro 18,-

Aktiv

Waschaktive Substanzen. Nachtaktive Jäger. Wähl das richtige Öl. Denk nicht an schmutzige Jagden. Man wäscht und wäscht. Man jagt und wäscht. Erst wird ein Reh gejagt. Dann wird es gewaschen. Dazwischen, mit vielen Öffnungen: ein Schrank wie eine Vermittlung, die Aktivität. Entweder Jagd oder Wäsche, dazwischen »Nichts«, ein Präteritum von Statur, das Zwischengesicht, wie der Engländer sagt. Die Aktivität. Sie geht vom kleinen Zeh bis ins Hirn. Sie nimmt den Weg über die chinesische Mauer. Dann die Seidenstraße hinauf. Vorbei an Bosporus, Ikarus, Hexenschuss. An den Klippen vorbei und den Untiefen. Bis zur Zentrale, und von dort zurück ums Kap der guten Stuten, Madagaskar, Alagaskar, Algiers und Tangers. Und erst in der ersten Sekunde, wenn all das schon am Gehen war, beim Heben des Fußes zum Ausfallschritt, erscheint die Entscheidung: Jagd. Oder Wäsche. Dazwischen ist »Nichts«. Und ich bin da. Konkret bekannt mit Waschaktiven, Nachtaktiven und der Aktivität selbst. Ich bin der Treiber. Der Wald ist voller Zeichen. Ich lese sie und stelle fest: Ich bin ja gut dabei.

Marco HammerschidtMarcus Hammerschmitt, 1967 in Saarbrücken geboren, hat Philosophie und Germanistik studiert. Heute lebt er als Schriftsteller, Journalist und Fotograf in Tübingen. Neben waschaktiven Substanzen produziert er Romane, Erzählungen, Essays, Gedichte. Zuletzt erschien von ihm der Roman H-Null, ein Deutschlandmärchen (Verlag Das Beben, Berlin). Für seine Arbeit wurde er u.a. mit dem Würth-Literaturpreis, dem Essaypreis der Büchergilde Gutenberg sowie dem Deutschen Science-Fiction-Preis und dem Kurd-Laßwitz-Preis ausgezeichnet. Seit 1994 bewohnt Marcus Hammerschmitt das Internet: http://marcus-hammerschmitt.de